Demokratie zum Mitmachen: Bürgermeisterin besucht Realschule
Beim Kennenlerngespräch mit der Schulleitung entstanden erste Ideen für eine künftige Zusammenarbeit. Anschließend erhielt die neu gewählte Bürgermeisterin einen lebendigen Einblick in das Demokratielernspiel QUARARO.
Mit einem herzlichen Empfang begann der erste Besuch der neu gewählten Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz an der Wilhelm-Leibl-Realschule. Bereits beim Betreten der Schule wurde sie von Schülerinnen und Schülern der sechsten Jahrgangsstufe freudig begrüßt. Die Kinder waren gespannt darauf, die neue Rathauschefin persönlich kennenzulernen.
Zunächst stand ein Gespräch mit Schulleiter Matthias Wabner und stellvertretendem Schulleiter Stephan Kausler auf dem Programm. Dabei tauschten sich „Stadtchefin und Schulchefs“ über die Arbeit der Realschule sowie über mögliche Anknüpfungspunkte zwischen Realschule und Stadt Bad Aibling aus. Im Verlauf des Gesprächs entstanden mehrere Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit.
„Schule und Kommune haben viele gemeinsame Aufgaben, insbesondere wenn es um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen geht. Umso wichtiger ist es, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam Möglichkeiten zu schaffen, von denen insbesondere die Kinder und Jugendlichen profitieren“, betonte Matthias Wabner.
Nach dem offiziellen Teil lud der Schulleiter die Bürgermeisterin spontan dazu ein, bei den Sechstklässlern vorbeizuschauen. Diese beschäftigten sich in der Aula gemeinsam mit der Sozialpädagogin Eileen Hüsgen (Jugendarbeit an Realschulen im Rahmen der Jugendhilfe des Landkreises Rosenheims), sowie den Lehrkräften Lisa Hagenauer, Alexandra Endres und Sascha Fink mit dem Demokratielernspiel QUARARO.
Das Projekt macht demokratische Entscheidungsprozesse für Kinder und Jugendliche praktisch erfahrbar. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen Fragestellungen auseinander, bringen ihre eigene Meinung ein und lernen unterschiedliche Formen der Entscheidungsfindung kennen. Dabei geht es nicht nur um Mehrheiten, sondern auch um gegenseitiges Zuhören, einen respektvollen Umgang mit anderen Positionen und die Suche nach möglichst fairen Lösungen.
Als die Bürgermeisterin hinzukam, befand sich die Gruppe gerade mitten in einer Abstimmungsphase. Die Schülerinnen und Schüler schlossen die Augen und zeigten anschließend per Handzeichen, ob sie einer zuvor gestellten Aussage zustimmten oder nicht. Durch die geschlossenen Augen sollten die Kinder ihre Entscheidung möglichst unbeeinflusst von den Mitschülerinnen und Mitschülern treffen können. Die anwesenden Lehrkräfte zählten anschließend die abgegebenen Stimmen aus.
Die Sechstklässler berichteten ihrem Gast engagiert von ihren Erfahrungen mit dem Spiel und erklärten, was sie bereits über Abstimmungen, Mehrheitsentscheidungen und den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen gelernt hatten. Die Bürgermeisterin hörte aufmerksam zu, stellte Fragen und ließ sich den Ablauf des Projekts ausführlich erläutern.
„Demokratie beginnt dort, wo Menschen einander zuhören, unterschiedliche Meinungen respektieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Interesse und Engagement sich die Schülerinnen und Schüler damit auseinandersetzen“, sagte Frau Hieble-Fritz und lud die Schülerinnen und Schüler spontan ein, mal an einer Stadtratsitzung teilzunehmen.
Auch die Kinder nutzten die Gelegenheit, der Bürgermeisterin von ihren Eindrücken zu berichten. „Man merkt, dass nicht immer alle derselben Meinung sind. Trotzdem muss man versuchen, eine Entscheidung zu finden, mit der die Gruppe gut umgehen kann“, fasste eine Schülerin beziehungsweise ein Schüler die Erfahrungen aus dem Projekt zusammen.
Der spontane Besuch bei den Sechstklässlern wurde damit zu einem besonderen Abschluss des Kennenlerntermins. Zugleich zeigte er, wie politische Bildung im Schulalltag anschaulich und unmittelbar vermittelt werden kann.



