die Sicherheit und das Wohlergehen Ihrer Kinder haben für uns höchste Priorität. Neben der schulischen Bildung und der Förderung sozialer Werte sehen wir es als unsere Verantwortung, Kinder und Jugendliche wirksam vor körperlichen wie auch seelischen Übergriffen zu schützen. Präventive Maßnahmen sind daher fest in unserem Schulalltag verankert.
Angesichts aktueller Erkenntnisse – insbesondere der im Juli 2024 veröffentlichten Studie des Bundeskriminalamts (BKA), die einen Anstieg sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen aufzeigt – verstärken wir unser Engagement in diesem sensiblen Bereich. Mit einem altersgerechten und differenzierten Schutz- und Präventionskonzept schaffen wir einen Rahmen, in dem sich Schülerinnen und Schüler ernst genommen fühlen, verlässliche und geschulte Ansprechpersonen finden und bei Bedarf gezielt Unterstützung erhalten.
Unsere Schule versteht sich als geschützter Raum, in dem Vertrauen, Offenheit und Hilfe im Mittelpunkt stehen.
Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen umfasst alle sexuellen Handlungen, die an oder vor Kindern und Jugendlichen gegen ihren Willen vorgenommen werden. Auch dann, wenn sie solchen Handlungen scheinbar zustimmen, liegt sexualisierte Gewalt vor – etwa aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstandes, aus Angst oder wegen eines Abhängigkeits- oder Machtverhältnisses. Sexueller Missbrauch geschieht nicht zufällig, sondern ist meist bewusst geplant und wiederholt sich. Ziel der Täterinnen und Täter ist es häufig, Macht auszuüben und Kontrolle über andere zu erlangen.
Sexualisierte Gewalt kann sehr unterschiedliche Formen annehmen, darunter:
- anzügliche oder sexualisierte Bemerkungen
- unerwünschte sexuelle Berührungen von Kindern oder Jugendlichen
- gemeinsames Ansehen pornografischer Inhalte mit Erwachsenen
- sexuelle Handlungen oder Selbstbefriedigung vor Kindern oder Jugendlichen
- das Herstellen, Weitergeben oder Einfordern von Nacktaufnahmen
- Vergewaltigung
Unabhängig vom Alter gilt: Jede sexuelle Handlung – ob im direkten Kontakt oder im digitalen Raum – ist strafbar, wenn sie nicht freiwillig erfolgt.
Im Jahr 2023 wurden von den Strafverfolgungsbehörden 16.375 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erfasst. Dies entspricht einem Anstieg von 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr (2022: 15.520 Fälle). Fachstellen gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich höher liegt, da viele Taten nicht angezeigt werden.
Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind etwa 75 % der betroffenen Kinder Mädchen und rund 25 % Jungen. Repräsentative Studien zeigen zudem, dass statistisch gesehen in nahezu jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder sitzen, die sexualisierte Gewalt erleben oder in der Vergangenheit erlebt haben.
Auch im Bereich der Herstellung, Verbreitung und des Besitzes kinderpornografischer Inhalte wurde 2023 ein neuer Höchststand erreicht: Insgesamt wurden 45.191 Fälle registriert.
Die Mehrheit der Täterinnen und Täter sind Männer oder männliche Jugendliche (rund 90 %). Dennoch kommt es auch zu sexualisierten Übergriffen durch Frauen oder weibliche Jugendliche (etwa 10 %). Täterinnen und Täter stammen aus allen sozialen Schichten und sind unabhängig von Herkunft, Beruf, kulturellem Hintergrund oder Religion.
Sexualisierter Missbrauch kann in unterschiedlichen Lebensbereichen stattfinden, unter anderem:
- innerhalb der Familie oder im Verwandtschaftskreis
- im Freundes- und Bekanntenkreis
- in Institutionen wie Schule, Kindergarten oder anderen Betreuungseinrichtungen
- im Freizeitbereich, z. B. in Sportvereinen, Musikschulen, bei Jugendangeboten oder in kirchlichen Kontexten im digitalen Raum
Da sexualisierte Gewalt häufig im vertrauten sozialen oder familiären Umfeld geschieht, fällt es betroffenen Kindern und Jugendlichen oft schwer, darüber zu sprechen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gefühle von Scham und Schuld sowie Drohungen durch die Täterinnen oder Täter tragen dazu bei, dass viele Taten lange unentdeckt bleiben.
Kinder und Jugendliche nutzen soziale Medien, Chats und das Internet zunehmend in immer jüngerem Alter. Dadurch findet die Kontaktaufnahme zwischen Betroffenen und Täterinnen oder Tätern häufig auch online statt. Formen sexualisierter Gewalt wie Cybergrooming oder Sexting geschehen dabei oft anonym und außerhalb der Wahrnehmung von Eltern oder anderen Bezugspersonen.
In den meisten Fällen ist sexualisierte Gewalt nicht sofort an eindeutigen Anzeichen zu erkennen. Dennoch können bestimmte Veränderungen im Verhalten oder körperliche Auffälligkeiten Hinweise auf einen möglichen sexuellen Missbrauch sein. Dazu zählen unter anderem:
- auffällige Verhaltensänderungen wie Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug, Aggressivität, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, Trennungsängste, Rückschritte in frühere Entwicklungsstufen, sexualisiertes oder selbstverletzendes Verhalten
- unklare, vage oder widersprüchliche verbale Äußerungen
- das Beobachten sexueller Übergriffe oder das Zeigen von Foto- oder Videoaufnahmen
- spontane und unbeeinflusste Schilderungen von Kindern, die auf selbst erlebte Übergriffe hinweisen
- körperliche Veränderungen, etwa starke Gewichtszunahme oder deutlicher Gewichtsverlust
Eltern und Erziehungsberechtigte können Kinder unterstützen, indem sie: - ihr Kind aufmerksam wahrnehmen und Veränderungen ernst nehmen
- Gesprächsangebote machen, ohne zu drängen oder zu überfordern (weitere Hinweise finden Sie im Bereich „Informationen und Unterstützung“)
- das Recht ihres Kindes auf ein klares „Nein“ bei unerwünschtem Körperkontakt stärken
- altersgerecht und offen über die Risiken sexualisierter Gewalt in der realen sowie in der digitalen Welt sprechen
- bei Unsicherheiten das schulische Präventionsteam gegen sexualisierte Gewalt oder externe Fachberatungsstellen kontaktieren
| Frau Schmid | Frau Sommer | Frau Hüsgen | Herr Wabner |
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| Familien- und Sexualbeauftragte Verbindungslehrkraft |
Schulpsychologin | Jugendhilfe | Schulleiter |
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- Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800-2255530 (kostenfrei und anonym)
- MaVia: 0031-268888 | kontakt@mavia-ev.de | https://www.mavia-ev.de/
- klicksafe_EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz: https://www.klicksafe.de
- Nummer gegen Kummer: 116111
- Internetseite der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs: https://beauftragte-missbrauch.de
- Informationen zum Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt im digitalen Raum“: https://www.wissen-hilft-schützen.de



