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Namensgeber

Wilhelm Leibl

Der Kunstmaler Wilhelm Leibl ist seit 1967 der Namensgeber unserer Schule. Die Kunsterzieher R. Pichler und J. Weidinger haben daraufhin die Signatur des Künstlers zum LOGO der Schule weiterentwickelt. So hängt dieses Logo z. B. als Neon-Objekt im Eingangsbereich der Schule oder es ziert u. a. den Briefkopf der Schulkorrespondenz.

Wilhelm Leibl, am 23. Oktober 1844 als Sohn des Domkapellmeisters Karl Leibl in Köln geboren, einer der größten Maler des Realismus, verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens in der Gegend von Bad Aibling.

Er suchte ländliche Ruhe, neue Modelle und die Möglichkeit, hin und wieder auf die Jagd zu gehen. Im abgelegenen Kutterling gefiel es ihm besonders gut. Er mietete dort das „Oberwalchanwesen“. Mit ihm zog sein Freund, der Kunstmaler Johann Sperl, in das neue Quartier.

Besonders glücklich war Leibl, dass er nun einen richtigen Haushalt mit guter Küche hatte. Ein einfaches, hübsches Bauernmädl aus Kutterling, die Jungfer Theresae Haltmeier, im Volksmund „Malresl“ genannt, war Köchin, Haushälterin, Stubenmädel und häufig für beide Maler auch Modell. Mit der achtzechnjährigen Küchenhilfe Maria Ebersberger vom Staumann in Kutterling fand Leibl ein zweites Model für seine „Kuchlbilder“.

Leibl hatte sein unruhiges Künstlerleben abgeschlossen. Er genoss die herrliche Natur, die natürliche Freundschaft der Dorfbewohner, ging auf die Jagd und stieg auf die Berge. Er wurde zum Philosophen und sagte: „Mögen andere malen was sie wollen – Mode sein was will – ich richte mich nur nach der ewig neuen Natur“.

Zu Leibls letzten und schönsten Bauernmädchen-Bildern gehören die zwei 1899 gemalten Bildnisse „Mädchen am Fenster“ und „Mädchen mit Pelzmütze“. Als Modell stand ihm die 17-jährige Babette Jordan aus Litzldorf.  Einige Bilder wurden auch von zwei Malerfreunden gemalt, wobei Sperl die Landschaft und Leibl die Person malte („Der Birkhahnjäger“ und „Leibl und Sperl auf der Hühnerjagd“). 

1895 zeigte Leibl auf der internationalen Kunstausstellung in Berlin neunzehn Bilder, wofür er die „Große Goldmedaille“ erhielt. Leibl war finanziell gesichert und konnte in völliger Freiheit schaffen.

Leider nicht mehr lange. Sein unruhiges Künstlerleben, vor allem seine Lust an körperlichen Kraftübungen, die bis zur Härte gegen sich selbst führten, haben seine Natur untergraben. Die ersten Anzeichen eines Herzleidens nahm er nicht ernst. Eine Kur in Bad Nauheim (1900) brachte keine Besserung. Als Schwerkranker brachte ihn seine Schwester nach Würzburg in eine Privatklinik. Mit großer Geduld ertrug Leibl sein schweres Leiden. Am 4. Dezember 1900 um 8.30 Uhr früh sprach er seine letzten Worte: „Zurück, ich muß sterben“. Leibl wurde in Würzburg beerdigt. Sein Freund Johann Sperl wohnte bis 1910 in Kutterling. Er verstarb am 28. Juli 1914 in Bad Aibling und wurde neben Leibl beigesetzt. Es war eine Malerfreundschaft, die auch der Tod nicht beenden konnte. 

Das Textilhaus am Marienplatz 8 erinnert mit einer Tafel an der westlichen Außenwand an den berühmten Maler. Hier wohnte er während seiner Aiblinger Zeit.

Wilhelm Leibl als Achtzehnjähriger (Selbstbildnis)